Office 2007 – das, was Du seit zehn Jahren im Schlaf beherrschst, erkennst Du nicht wieder, kein Stein ist auf dem anderen geblieben. Die Menüleiste ist von den Ribbons gemeuchelt worden.
Word 2007, was soll man, ja, was kann man dazu noch sagen? Anscheinend hat der Softwaregigant aus Redmond (jawoll, das böse M####S###-Wort soll hier vermieden werden) seine Mitarbeiterstruktur geändert. Während zuvor dort „Computerfreaks“ den Ton angaben, die gleichzeitig sowohl liebens- als auch hassenswert waren, ist damit wohl Schluss.
Jetzt haben die Marketing-Chargen das Ruder übernommen. Diese denken nicht in den Kategorien von „Erstmal soll das Ding halbwegs funktionieren und halbwegs logisch sein. In jede weitere Version bauen wir dann all die durchgeknallten Funktionen ein, die wir oder unsere Mitbewerber uns ausgedacht haben, damit wir unsere Mitbewerber plattmachen, der damit arbeiten kann und wir auch jeden Freak damit beeindrucken“.
Früher war wenigstens die Grundstruktur halbwegs logisch oder wenigstens blieb sie weitestgehend gleich – es wurden dann halt nur Details hinzugefügt.
Heute zählt nur noch das Aussehen, das Look-and-Feel, das Neue, die verkaufsfördernde Verpackung, das „Ribbon“, die Bildchen. Weg von der WYSIWYG im Sinne einer Gesamtschau, sondern jede, wirklich jede mögliche Entscheidung muss noch in der Ribbonleiste eine kleine eigene grafische Voranpeisung erleiden – in Farbe! Hach, ein vor einem Jahr neu gekauftes Notebook braucht jeweils eine „Hakelsekunde“ dafür, diesen Schwachsinn darzustellen? – Egal, Hauptsache es sieht gut aus!
Der wirkliche Vorteil von Word 2007 ist, dass (ehemals) treue MS-Office-Anwender mit niedrigem Blutdruck keine Medikamente mehr brauchen. Stattdessen reicht es, sich kleine Aufgaben zu stellen wie: „Lass uns doch mal diesen Text in eine Tabelle umwandeln. Dazu gehen wir in das Menü „Tabelle“ und, äh, ja. Das Menü ist weg…“
Der Hintergedanke ist natürlich folgender:
Mit den bisherigen Office-Versionen kannten sich die Leute einfach zu gut aus. Schulungen wurden immer unsinniger. Das wollte man anscheinend ändern und den Markt für Office-Schulungen ankurbeln.
So, nun zur Sache, den Fehlern von Word 2007:
1. Deutsche (automatische) Silbentrennung
Ob „die deutsche Rechtschreibung“ es zulässt oder nicht, interessiert mich nicht. Wenn das Sprachgefühl aufjault, dann ist klar, dass die Trennung nicht in Ordnung ist. Der Satz, „trenne nie Es-Pe, denn es tut ihnen weh!“ wird immer gelten. (Und zu „dass“ mit Doppel-s verkneife ich mir jetzt die eigentlich anstehende Polemiktriade)
Jeder Jurist freut sich über Trennungen wie:
- Ans-pruch
- streitgegens-tändlich
- in-sgesamt
- ge-ltend
… wird fortgesetzt